Speicherverwaltung in QTS

Die Verwaltung des Speichers erfolgt in der App „Speicher & Snapshots“, die im AppCenter zu finden ist. In der Übersicht werden alle installierten Laufwerke aufgelistet. Bevor StoragePool und Volumes angelegt werden, sollte festgelegt werden, welche Anwendungen auf dem NAS laufen sollen und welche Anforderungen diese haben.

Systemlaufwerk

Das erste erstellte Volume ist von besonderer Bedeutung, da dieses zum Systemlaufwerk wird, auf dem standardmäßig alle installierten Apps und der Großteil des Betriebssystems laufen. Für Heim-Anwender sollte dieses Volume daher für die beste Performance auf einem schnellen (SSD-) Speicher liegen. In der Beispielkonfiguration sind das die beiden M2-SSDs, für die in den nächsten Schritten das System-Laufwerk erstellt wird.

Die Erstellung eines Storage-Pool und Volumes erfolgt im Reiter „Speicher“ – „Speicher / Snapshots“ und dort mit „Erstellen“ / „Neuer Speicherpool“.

Im ersten Schritt wird nur eine Zusammenfassung dargestellt, die Option „QTier aktivieren (automatisches Speicher-Tiering)“ ist für ein Systemlaufwerk, das bereits auf SSDs läuft nicht notwendig.

Im zweiten Schritt sind die Datenträger und der RAID-Typ zu wählen, aus denen der Storage-Pool angelegt werden soll. Hier sollten nur die RAID-Typen 1, 5, 6 (oder im Bedarfsfall auch 10) gewählt werden, da nur mit diesen ein einfacher Austausch eines defekten Laufwerkes möglich ist.

Bei SSDs kann im Folgeschritt noch Over-Provisioning aktiviert werden.

Nach der Zusammenfassung der gewählten Einstellungen wird der Speicherpool erstellt. Dabei wird eine Warnung angezeigt, das sämtliche Daten der Laufwerke gelöscht werden, dieser bezieht sich nur auf die ausgewählten Datenträger.

Nachdem der Speicherpool angelgt ist, wird das erste (System) Volume angelegt, die PopUp-Meldung führt direkt zum entsprechenden Assistenten.

Für die Erstellung eines Volumes ist zunächst der Speicherpool und der Typ des Volumes festzulegen. Es stehen dabei drei Typen zur Verfügung:

  • Statisches Volume – diese sind am schnellsten, bieten aber später keine erweiterten Funktionen, auf die in neuen QNAP-NAS-Modellen nicht mehr verzichtet werden sollte, daher sollten diese nur in Spezialfällen verwendet werden
  • Thick-Volume – hier wird ein fester Speicherbereich reserviert und das Volume bietet dadurch die beste Performance, die mit dem vollen Funktionsumfang zu erreichen ist, daher sollten im Normalfall diese gewählt werden
  • Thin-Volume – diese verhalten sich ähnlich wie Thick-Volumes, es wird aber nur der tatsächlich belegte Speicher vom Speicherpool reserviert, dadurch kann in Volumes mehr Speicher vorgetäuscht werden, als tatsächlich im Speicherpool vorhanden ist; diese Variante erfordert aber mehr Wartungsaufwand, da bei zu geringer Speichermenge erhebliche Probleme auftreten werden

Nachdem der Speicherpool und der Typ festgelegt sind müssen Eingenschaften des Dateisystems festgelegt werden. Neben dem Namen des Volumes sind das vor allem die Größe und die Byte pro Inode.

Im Beispiel soll der gesamte verfügbare Speicher der M2-SSDs als Systemlaufwerk genutzt werden, daher wird die Größe auf den maximal verfügbaren Wert gesetzt. Bei Daten-Laufwerken sollten dies nicht erfolgen, um später noch Funktionen wie z.B. Snapshots nutzen zu können.

Bei der Größe der „Bytes pro Inode“ muss die maximale Größe und die Anzahl der Dateien berücksichtigt werden, die auf dem Volume später abgelgt werden sollen. Im Falle des Systemlaufwerkes reichen die maximal verfügbaren 16 TiB aus, da derzeit nur M2-(SATA-)-SSDs mit 4 TiB oder 8 TiB erhältlich sind und damit der Maximalwert für 4K nicht erreichbar ist. Ebenso sind auf einem Systemlaufwerk eine Vielzahl kleinerer Dateien zu erwarten, so dass auch die Datei-Anzahl der Auswahl für 4K passt.

Es folgt eine Zusammenfassung der Einstellungen.

Mit „Fertigstellen“ wird das (System-) Volume erstellt und dabei auch eine Reihe von (System-) Freigaben erstellt und weitere Apps hinzugefügt.

Datenlaufwerke

Für Datenlaufwerke, die sowohl auf HDDs als auch SSDs zurückgreifen, können als QTier angelegt werden, dazu muss die Option „QTier aktivieren (automatisches Speicher-Tiering)“ aktiviert werden.

Die Auswahl QTier führt im weiteren Verlauf zu folgenden Unterschieden.

  • Es werden je Tier die jeweils zu nutzenden Platten ausgewählt, bis zu 3 Tier (aus HDD, SAS und SSD) sind möglich, die meisten Modelle werden aber nur 2 Tier (aus HDD und SSD) anbieten.
  • Es werden davon abhängig 2 oder 3 RAID-Gruppen erstellt, die auch in Zusammenfassung dargestellt sind.

Zumächst wird der Fast-Tier aus SSDs erstellt. Bei der Auswahl des RAID-Typs sollten folgende Punkte beachtet werden.

  • In einem Speicherpool sollten aus Performance-Gründen nur RAID-Gruppen des selben Types genutzt werden.
  • RAID-6 bietet gegenüber RAID-5 gerade bei den heute üblichen Größen der HDDs bessere Sicherheit gegen URE-Fehler, bei denen einzelne Bits nicht mehr gelesen werden können, was bei einem Rebuild dazu führen kann, dass das gesamt RAID ausfällt.
  • Bei RAID-10 können nur noch bestimmte Platten ausfallen, wenn bereits eine beliebige andere ausgefallen ist, was ein Nachteil gegenüber RAID-6 ist, bei dem eine beliebige zweite Platte ausfallen kann.

Bei normalen Heim-Servern, die keine virtuellen Maschinen oder Datenbanken auf dem NAS betreiben, sollte daher RAID-6 genutzt werden.

Als zweites werden dann die HDDs ausgewählt. Falls ein SAS-Tier verfügbar ist, dürfte diese zwischen SSDs und HDDs konfiguriert werden müssen.

Die Zusammenfassung stellt dann die zwei (oder drei) RAID-Gruppen mit den jeweilgen Einstellungen an.

RAID-Scrubbing

Wenn RAID-5 oder RAID-6 Laufwerke angelegt wurden, sollte für diese ein regelmäßiges RAID-Scrubbing geplant werden. Dies ist über die globalen Einstellungen oben Rechts der App „Speicher & Snapshots“ möglich.

Nach aktuellem Stand im QNAP-Forum sollte eine monatliche Ausführung genügen, um ggf. fehlerhafte Sektoren der Platten rechtzeitig ausfindig zu machen und die betroffenen Platten rechtzeitig auswechseln zu können.

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