Strato-V-Server mit Google-Workspace nutzen

Die Strato-V-Server werden aktuell mit Festplatten von 200 bis 1000 GB angeboten. Da dies für einen Plex-Media-Server nicht ausreichend ist, bietet sich die Erweiterung des Speichers über Google-Workspaces an. Diese lassen sich über „Drive for Desktop“ als virtuelles Laufwerk sehr einfach einbinden. Dabei gibt es jedoch einige Einschränkungen auf die hier auch näher eingegangen werden soll.

„Drive for Desktop“ einrichten

Zur Einrichtung des virtuell Laufwerkes sind folgende Schritte notwendig. Danach wird GoogleDrive im System-Tray dargestellt.

  • Drive for Desktop“ herunterladen
  • „GoogleDriveSetup.exe“ ausführen
  • mit einem Google-Konto anmelden

Im Anschluss sollten einige Einstellungen gesetzt werden. Dies ist über das Kontextmenüs im System-Tray möglich.

Im dann öffnenden Fenster können die Erweiterten Einstellungen über das ober rechts abgebildete Zahnrad geöffnet werden.

Hier sollten zumindest die folgenden Einstellungen geprüft und ggf. angepasst werden.

  • Laufwerksbuchstabe
  • Google Drive im Schnellzugriff im Datei-Explorer anzeigen
  • Zum Sichern von Geräten auffordern

Symlinks zum Auslagern von Dateien nutzen

Über Symlinks können Dateien oder Verzeichnisse auf der Systempartition für Programme oder Dienste sichtbar gehalten werden, obwohl diese direkt im virtuellen Laufwerk und damit Google Drive gespeichert werden und so nicht dauerhaft Speicher auf der Systempartition belegen.

Erstellt werden können diese über folgende Komandozeilen-Befehle für Verzeichnisse (ohne abschließendes \ ) …

mklink "<Pfad auf der Systempartition>" "<Pfad im virtuelle GoogleDrive-Laufwerk>" /D

… oder einzelne Dateien …

mklink "<Pfad auf der Systempartition>" "<Pfad im virtuelle GoogleDrive-Laufwerk>"

Einschränkungen bei Nutzen von Google Drive

Einbenutzer-System mit aktiver Anmeldung

„Drive for Desktop“ stellt das virtuelle Laufwerk nur für den aktuell angemeldeten Benutzer zur Verfügung. Daher müssen alle Dienste und Programme, die auf Daten dieses Laufwerkes zugreifen sollen unter dem aktuell angemeldeten Benutzer laufen.

Des Weiteren muss der Benutzer angemeldet sein. Um dies auch bei einem Serverneustart zu ermöglichen muss eine automatische Anmeldung eingerichtet werden und ggf. einzelnen Aktionen über Skripte automatisiert werden.

Automatische Anmeldung

Eine automatische Anmeldung kann über Benutzerkonten konfiguriert werden. Auf Grund neuerer Sicherheitsregeln muss die Passwortlose Anmeldung zunächst über einen Registry-Eintrag aktiviert werden.

Windows Registry Editor Version 5.00

 [HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Passwordless\Device]
"DevicePasswordLessBuildVersion"=dword:00000000

Nach einem Neustart des Servers kann das entsprechende Benutzerkonten-Menü über den folgenden Befehl aufgerufen werden.

netplwiz

Mit Deaktivierung der Option „Benutzer müssen Benutzernamen und Kennwort eingeben“ und Übernahmen der Einstellungen kann ein Konto angegeben werden, dass für die automatische Anmeldung verwendet wird, dabei wird auch das Passwort des Benutzers abgefragt.

Skripte automatisieren

Aufgaben lassen sich über Kommandozeilen- oder PowerShell-Skripte automatisieren. Um PowerShell Skripte automatisiert ausführen zu können sind folgenden Befehle (je Skript) notwendig.

set-executionpolicy Unrestricted
Unblock-File StartUp.ps1

Skripte können dann per Aufgabenplanung mit folgenden Parametern automatisiert werden.

  • Nur ausführen, wenn der Benutzer angemeldet ist
  • Mit Höchsten Privilegien ausführen
  • Bei Anmeldung eines Benutzers ausführen
  • Verzögern für 1 Minute

Zunächst kann das Skript nur ausgeführt werden, wenn der Benutzer angemeldet ist, und damit auch „Drive for Desktop“ läuft. Die Admin-Berechtigungen sind abhängig vom eingeplanten Skript ggf. notwendig.

Die meisten Skripte müssen nur einmalig nach einem Neustart des Servers ausgeführt werden.

Deren Ausführung sollte aber um 1 Minute verzögert werden, um „Drive for Desktop“ ausreichend Zeit zu lassen, das virtuelle Laufwerk bereitstellen zu können.

Exklusiv gesperrte Dateien

Des Weiteren erfolgt die Synchronisierung der Dateien in Reihenfolge ihrer ersten Änderung (seit der letzten erfolgreichen Synchronisierung), dabei werden exklusiv gesperrte Dateien berücksichtigt. Das führt dazu dass eine exklusiv gesperrte Datei die gesamte Synchronisierung blockiert, bis die Datei wieder freigegeben wird.

Netzwerkfreigaben

Auf das virtuelle Laufwerk verweisende Freigaben sind nach einem Neustart des Servers nicht mehr verfügbar und müssen daher bei der automatischen Anmeldung des Benutzers neu erstellt werden. Dies kann über ein PowerShell-Skript erfolgen.

# PlexMedia
New-SmbShare -Name "PlexMedia" -Path "D:\Meine Ablage\Plex Media" -EncryptData $true
Grant-SmbShareAccess -Name "PlexMedia" -AccountName "KUMO\Administrator" -AccessRight Full -Force
Revoke-SmbShareAccess -Name "PlexMedia" -AccountName Everyone -Force

sporadische Neuanmeldung erforderlich

Sporadisch ist eine Neuanmeldung beim Google Drive notwendig, das virtuelle Laufwerk ist bis dahin dann nicht mehr nutzbar.

Limit bei Datentransfer

pro Tag können 750 GiB Up- und Download erfolgen, werden getrennt gezählt

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